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- 28. Juli
Seit Juni beobachten wir wieder eine stabilere Nachfrage – insbesondere im Bereich der selbstgenutzten Wohnimmobilien. Gesucht werden vor allem kleinere Einfamilienhäuser mit Grundstücken um etwa 600 m². Kaufinteressenten sind also durchaus vorhanden, allerdings hat sich ihr Kaufverhalten deutlich verändert.
Heute gilt mehr denn je: Der Preis muss zum Markt passen.
Immobilien mit erheblichem Sanierungsbedarf haben es aktuell schwer, wenn Preis und Zustand nicht zusammenpassen.
Der heutige Kaufinteressent verfügt häufig über das notwendige Eigenkapital – ist aber nicht mehr bereit, überzogene Kaufpreise zu akzeptieren. Die Auswahl an Immobilien ist größer geworden, wodurch Käufer vergleichen können und deutlich bewusster entscheiden als noch vor einigen Jahren.
Hinzu kommt, dass der starke Zuzug aus den Ballungsräumen spürbar nachgelassen hat. Während viele Käufer vor fünf oder sechs Jahren den Weg ins Vogelsberger Land gefunden haben, konzentriert sich die Nachfrage heute häufiger auf das nähere Einzugsgebiet von Fulda. Orte wie Schlitz profitieren dabei von ihrer guten Verkehrsanbindung, der Nähe zur Autobahn und einer sehr guten Infrastruktur. In den sehr ländlichen Regionen werden sich Eigentümer deshalb darauf einstellen müssen, dass die Verkaufspreise nicht mehr das Niveau der Boomjahre erreichen.
Noch deutlicher zeigt sich die Veränderung bei Kapitalanlegern. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern ist nahezu eingebrochen. Investoren, die vor wenigen Jahren den Markt geprägt haben, sind aktuell kaum noch aktiv. Diese Entwicklung betrifft nicht nur den Vogelsberg, sondern zeigt sich ebenso im Einzugsgebiet von Frankfurt, wo die Kaufpreise für Anlageimmobilien ebenfalls deutlich nachgegeben haben.
Mein Fazit: Der Immobilienmarkt ist keineswegs schlecht – er ist einfach wieder ein normaler Markt geworden. Gute Immobilien zu einem marktgerechten Preis verkaufen sich weiterhin. Was jedoch immer seltener funktioniert, sind Preisvorstellungen, die sich noch an den Ausnahmejahren 2018 bis 2022 orientieren.
Aus diesem Grund werden wir unsere Marktpreise künftig konsequent an der tatsächlichen Nachfrage und den realistisch erzielbaren Verkaufspreisen ausrichten. Denn letztlich hilft es niemandem, wenn eine Immobilie monatelang im Internet steht. Je länger eine Immobilie am Markt ist, desto häufiger stellen sich Kaufinteressenten die Frage: „Warum ist dieses Haus eigentlich immer noch nicht verkauft?“ Genau diese Zweifel kosten Verkäufer am Ende oft mehr Geld als ein von Anfang an realistischer Angebotspreis.
Unser Anspruch ist deshalb ganz einfach: Lieber eine ehrliche Marktpreiseinschätzung und ein erfolgreicher Verkauf, als unrealistische Erwartungen und lange Vermarktungszeiten. Oder mit einem Augenzwinkern gesagt: Wir sammeln lieber Kaufverträge als Besichtigungstermine. 😉
Bleiben Sie informiert – und realistisch.
Ihre Nadja Jockram


