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Seit Juni beobachten wir wieder eine stabilere Nachfrage – insbesondere im Bereich der selbstgenutzten Wohnimmobilien. Gesucht werden vor allem kleinere Einfamilienhäuser mit Grundstücken um etwa 600 m². Kaufinteressenten sind also durchaus vorhanden, allerdings hat sich ihr Kaufverhalten deutlich verändert.


Heute gilt mehr denn je: Der Preis muss zum Markt passen.


Immobilien mit erheblichem Sanierungsbedarf haben es aktuell schwer, wenn Preis und Zustand nicht zusammenpassen.

Der heutige Kaufinteressent verfügt häufig über das notwendige Eigenkapital – ist aber nicht mehr bereit, überzogene Kaufpreise zu akzeptieren. Die Auswahl an Immobilien ist größer geworden, wodurch Käufer vergleichen können und deutlich bewusster entscheiden als noch vor einigen Jahren.


Hinzu kommt, dass der starke Zuzug aus den Ballungsräumen spürbar nachgelassen hat. Während viele Käufer vor fünf oder sechs Jahren den Weg ins Vogelsberger Land gefunden haben, konzentriert sich die Nachfrage heute häufiger auf das nähere Einzugsgebiet von Fulda. Orte wie Schlitz profitieren dabei von ihrer guten Verkehrsanbindung, der Nähe zur Autobahn und einer sehr guten Infrastruktur. In den sehr ländlichen Regionen werden sich Eigentümer deshalb darauf einstellen müssen, dass die Verkaufspreise nicht mehr das Niveau der Boomjahre erreichen.


Noch deutlicher zeigt sich die Veränderung bei Kapitalanlegern. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern ist nahezu eingebrochen. Investoren, die vor wenigen Jahren den Markt geprägt haben, sind aktuell kaum noch aktiv. Diese Entwicklung betrifft nicht nur den Vogelsberg, sondern zeigt sich ebenso im Einzugsgebiet von Frankfurt, wo die Kaufpreise für Anlageimmobilien ebenfalls deutlich nachgegeben haben.


Mein Fazit: Der Immobilienmarkt ist keineswegs schlecht – er ist einfach wieder ein normaler Markt geworden. Gute Immobilien zu einem marktgerechten Preis verkaufen sich weiterhin. Was jedoch immer seltener funktioniert, sind Preisvorstellungen, die sich noch an den Ausnahmejahren 2018 bis 2022 orientieren.

Aus diesem Grund werden wir unsere Marktpreise künftig konsequent an der tatsächlichen Nachfrage und den realistisch erzielbaren Verkaufspreisen ausrichten. Denn letztlich hilft es niemandem, wenn eine Immobilie monatelang im Internet steht. Je länger eine Immobilie am Markt ist, desto häufiger stellen sich Kaufinteressenten die Frage: „Warum ist dieses Haus eigentlich immer noch nicht verkauft?“ Genau diese Zweifel kosten Verkäufer am Ende oft mehr Geld als ein von Anfang an realistischer Angebotspreis.


Unser Anspruch ist deshalb ganz einfach: Lieber eine ehrliche Marktpreiseinschätzung und ein erfolgreicher Verkauf, als unrealistische Erwartungen und lange Vermarktungszeiten. Oder mit einem Augenzwinkern gesagt: Wir sammeln lieber Kaufverträge als Besichtigungstermine. 😉


Bleiben Sie informiert – und realistisch.

Ihre Nadja Jockram




Momentan sind Immobilienvermittlungen wirklich kein Traumjob mehr. Je besser ein Haus modernisiert ist, desto kritischer wird es betrachtet. Neue Fenster, Vollwärmedämmung, neues Dach, hochwertige Materialien, ein gepflegtes Grundstück, moderne Haustechnik, ein Kaminabzug aus Glas – kurz gesagt: an nichts wurde gespart. Und trotzdem wird gemessen, gerechnet, hinterfragt und diskutiert, bis aus einem Traumhaus wieder ein Problemfall geworden ist.


Aus meiner Sicht ist diese Entwicklung kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer Wohnungs- und Energiepolitik, die über Jahre hinweg vor allem eines geschaffen hat: Unsicherheit. Ständig neue Diskussionen über Heizungen, Dämmvorschriften, Sanierungspflichten, Energieklassen und zukünftige Anforderungen haben viele Menschen regelrecht gelähmt.


Wer heute eine Immobilie kaufen möchte, hat oft das Gefühl, eine Entscheidung für die nächsten dreißig Jahre treffen zu müssen, ohne zu wissen, welche politischen Vorgaben morgen schon wieder gelten.


Ich bin seit 39 Jahren in der Wohnimmobilienwirtschaft tätig. In den 1990er Jahren kamen Familien zur Besichtigung, sahen ein solides Haus und fragten sich: Passt die Lage? Ist genug Platz für die Familie vorhanden? Läuft die Heizung? Ist das Dach dicht? Dann wurde gekauft, eingezogen und das Eigenheim wurde zum Lebensmittelpunkt und Vermögensaufbau zugleich.


Heute begegnen mir immer häufiger Menschen, die sich den Traum vom Eigenheim eigentlich leisten könnten, aber aus Angst vor zukünftigen Auflagen, Verboten und Kosten zurückschrecken. Viele wurden derart verunsichert, dass sie lieber gar keine Entscheidung mehr treffen. Sie bleiben Mieter, obwohl sie ursprünglich Eigentum erwerben wollten.


Dabei hat sich an einer grundlegenden Wahrheit nichts geändert: Die eigene Immobilie ist und bleibt für die meisten Menschen die wichtigste Form der Altersvorsorge. Ein schuldenfreies Haus oder eine eigene Wohnung bedeutet Sicherheit, Unabhängigkeit und Schutz vor steigenden Mieten im Alter. Daran hat weder ein Heizungsgesetz etwas geändert noch ein Energieausweis.

Natürlich sind Energieeffizienz und moderne Technik sinnvoll. Aber manchmal entsteht der Eindruck, als würden Papierwerte wichtiger genommen als die Immobilie selbst.


Kaum beginnt eine Besichtigung, wird nach Energieausweisen, Kennzahlen und theoretischen Berechnungen gefragt. Das Haus steht vor den Interessenten, die Qualität ist sichtbar, die Investitionen sind dokumentiert – und trotzdem herrscht oft mehr Skepsis als Freude.

Als Makler oder Immobilienkauffrau soll man heute nicht nur Immobilien vermitteln. Man soll gleichzeitig Energieberater, Heizungsfachmann, Bauingenieur und politischer Erklärer sein.


Viele Kaufinteressenten suchen nicht mehr nach einem Zuhause, sondern nach der Sicherheit, dass ihnen künftig niemand neue Vorschriften auferlegt. Diese Sicherheit kann ihnen jedoch niemand geben.


Aus meiner Sicht hat die Politik in den vergangenen Jahren viel zu wenig darüber gesprochen, wie wichtig Wohneigentum für eine stabile Gesellschaft ist. Statt Menschen zum Eigentum zu ermutigen, wurden viele eher abgeschreckt. Das Ergebnis erleben wir heute täglich bei Besichtigungen.


Nach fast vier Jahrzehnten in der Immobilienwirtschaft bleibt meine Überzeugung unverändert: Wohneigentum bedeutet Verantwortung, Freiheit, Selbstbestimmung und Vermögensaufbau. Wer Eigentum besitzt, gestaltet seine Zukunft selbst. Und genau deshalb sollte der Erwerb von Wohneigentum wieder erleichtert und nicht durch immer neue Unsicherheiten erschwert werden.


Früher suchten die Menschen ein Zuhause. Heute suchen viele zuerst nach Gründen, warum sie es besser nicht kaufen sollten. Es braucht wieder mehr Selbstbewusstsein, Mut und Eigenverantwortung in unserer Gesellschaft, um die eigene Zukunft selbst zu gestalten.


Bleiben Sie informiert!

Ihre Nadja Jockram


Mit Freunden im eigen Garten feiern..
Mit Freunden im eigenen Garten feiern!


Natürlich gibt es sie immer noch: Die eine ganz besondere Immobilie am Ortsrand. Mit unverbaubarem Blick über Wiesen und Felder, absoluter Ruhe, viel Natur und einem Lebensgefühl, das man in der Stadt oder in Ballungsgebieten kaum noch findet.


Gerade in der Niedrigzinsphase waren genau solche Immobilien extrem gefragt. Viele Menschen aus den Städten suchten bewusst nach einem zweiten Wohnsitz auf dem Land oder wollten sich den Traum vom Leben im Grünen erfüllen. Damals waren Käufer auch bereit, deutlich mehr Geld zu investieren – oft emotional motiviert und getragen von historisch günstigen Finanzierungen.


Doch diese Zeit hat sich verändert.


Das frühere Klientel, das bereit war, höhere Summen für ländliche Immobilien auszugeben, lässt aktuell stark auf sich warten. Viele dieser Käufer investieren heute lieber im Ausland in Immobilien oder halten sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt zurück.

Gleichzeitig sind die Finanzierungskosten deutlich gestiegen. Bauzinsen von knapp 4 % verändern die Möglichkeiten vieler Käufer erheblich. Dazu kommen hohe Energie-, Modernisierungs- und Handwerkerkosten.


Besonders sanierungsbedürftige Häuser schrecken viele Interessenten inzwischen ab. Und man muss es offen ansprechen: Wer über Jahrzehnte kaum in seine Immobilie investiert hat, kann heute – gerade in dieser Marktphase – nicht automatisch einen Traumpreis erwarten.


Natürlich versuchen wir als Vermittler immer, den besonderen Wert einer Immobilie herauszuarbeiten und bestmöglich am Markt zu platzieren. Denn Lage, Aussicht, Ruhe und Möglichkeiten haben selbstverständlich ihren Wert. Aber am Ende entscheidet auch die Finanzierbarkeit.


So unattraktiv manche Neubaugebiete auf den ersten Blick wirken mögen: Eine Finanzierung für ein neues oder energieeffizientes Haus ist heute oft deutlich einfacher zu bekommen als für eine Immobilie mit technischem Stand der 70er- 80er- oder 90er-Jahre – oder älter.


Das hängt nicht selten mit dem Beleihungswert der Banken und dem ermittelten Sachwert zusammen. Und dieser wird sehr nüchtern berechnet: Der freie Blick über die grüne Wiese oder die emotionale Verbundenheit mit einer ländlichen Lage fließen dort kaum ein. Fehlende Infrastruktur oder höhere Modernisierungsrisiken wirken sich dagegen häufig negativ auf die Bewertung aus.


Deshalb setzen wir heute stärker denn je auf ehrliche, marktgerechte Preisstrategien. Nicht, um Immobilien schlechterzureden – sondern damit sie auch wirklich verkauft werden können.


Denn realistische Preise schaffen Bewegung im Markt. Und genau dann finden auch besondere Immobilien wieder die richtigen Käufer.


Bleiben Sie informiert!

Ihre Nadja Jockram



IVJ-HOME - Industriestraße 9 -  63633 Birstein

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