Der Immobilienmarkt im Vogelsberg verändert sich – und damit auch die Preisrealität!
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- vor 3 Tagen
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Natürlich gibt es sie immer noch: Die eine ganz besondere Immobilie am Ortsrand. Mit unverbaubarem Blick über Wiesen und Felder, absoluter Ruhe, viel Natur und einem Lebensgefühl, das man in der Stadt oder in Ballungsgebieten kaum noch findet.
Gerade in der Niedrigzinsphase waren genau solche Immobilien extrem gefragt. Viele Menschen aus den Städten suchten bewusst nach einem zweiten Wohnsitz auf dem Land oder wollten sich den Traum vom Leben im Grünen erfüllen. Damals waren Käufer auch bereit, deutlich mehr Geld zu investieren – oft emotional motiviert und getragen von historisch günstigen Finanzierungen.
Doch diese Zeit hat sich verändert.
Das frühere Klientel, das bereit war, höhere Summen für ländliche Immobilien auszugeben, lässt aktuell stark auf sich warten. Viele dieser Käufer investieren heute lieber im Ausland in Immobilien oder halten sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt zurück.
Gleichzeitig sind die Finanzierungskosten deutlich gestiegen. Bauzinsen von knapp 4 % verändern die Möglichkeiten vieler Käufer erheblich. Dazu kommen hohe Energie-, Modernisierungs- und Handwerkerkosten.
Besonders sanierungsbedürftige Häuser schrecken viele Interessenten inzwischen ab. Und man muss es offen ansprechen: Wer über Jahrzehnte kaum in seine Immobilie investiert hat, kann heute – gerade in dieser Marktphase – nicht automatisch einen Traumpreis erwarten.
Natürlich versuchen wir als Vermittler immer, den besonderen Wert einer Immobilie herauszuarbeiten und bestmöglich am Markt zu platzieren. Denn Lage, Aussicht, Ruhe und Möglichkeiten haben selbstverständlich ihren Wert. Aber am Ende entscheidet auch die Finanzierbarkeit.
So unattraktiv manche Neubaugebiete auf den ersten Blick wirken mögen: Eine Finanzierung für ein neues oder energieeffizientes Haus ist heute oft deutlich einfacher zu bekommen als für eine Immobilie mit technischem Stand der 70er- 80er- oder 90er-Jahre – oder älter.
Das hängt nicht selten mit dem Beleihungswert der Banken und dem ermittelten Sachwert zusammen. Und dieser wird sehr nüchtern berechnet: Der freie Blick über die grüne Wiese oder die emotionale Verbundenheit mit einer ländlichen Lage fließen dort kaum ein. Fehlende Infrastruktur oder höhere Modernisierungsrisiken wirken sich dagegen häufig negativ auf die Bewertung aus.
Deshalb setzen wir heute stärker denn je auf ehrliche, marktgerechte Preisstrategien. Nicht, um Immobilien schlechterzureden – sondern damit sie auch wirklich verkauft werden können.
Denn realistische Preise schaffen Bewegung im Markt. Und genau dann finden auch besondere Immobilien wieder die richtigen Käufer.
Bleiben Sie informiert!
Ihre Nadja Jockram




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